Miteinander gewinnen

Um Argumente zum Antrag Bibliotheksneubau zu sammeln fuhr die SPD-Stadtratsfraktion nach München-Hasenbergl zum Kulturzentrum 2411. Darin befinden sich vhs, Bibliothek und der Kulturverein 2411 e.V.. Nachstehend ein kurzer Bericht der Eindrücke (von Lothar Köster).

Gemeinsam und doch getrennt.

So erlebte die SPD-Stadtratsfraktion ihren Besuch im Kulturzentrum Hasenbergl im Münchner Norden. Das vierstöckige Gebäude wurde vor fünf Jahren geschaffen und wird von der Bibliothek, der vhs und einem Kulturverein gemeinsam genutzt. Katja Neukamm, die Leiterin der Bibliothek, schilderte mit Begeisterung die Arbeit vor Ort. Bei der Vielzahl der Angebote verwies sie auf die Notwendigkeiten und auch Schwierigkeiten. Die gemeinsamen Angebote reichen von Schnupperkursen zum Lesen für die Kleinsten bis zu großen Festen, wie die Balkantage in der Verantwortung der vhs in der Bibliothek. Möglich wird das durch die Raumkonzeption des Gesamtgebäudes und der Absprache zur gemeinsamen Nutzung. Ständige Absprachen sind notwendig, da die vhs eher langfristig plant, die Bibliothek mit kurzfristige Anfragen agieren muss. Die Zusammenarbeit muss für alle gewinnbringend sein. Generell wurde ausgeführt, Räume sind das wichtigste Gut. Je mehr, desto besser. Es gibt immer mehr Lerngruppen.

Das geht von der Lernküche im Kinderprogramm bei der vhs über das „late night lernen“ zur konzentrierten Vorbereitung auf Abschlussprüfungen für Schüler mit "ausgeliehenen" Lehrkräften der vhs bis zu Gruppen älterer Menschen nach Interessensschwerpunkten. Da der Kunde sagt: “Ich bin das Wichtigste“ ist das Raumkonzept auf die individuellen Interessen abzustellen.

Frau Neukamm: „Wichtig ist zu erkennen welche Bedürfnisse haben die einzelnen Gruppen, welchen will ich ein Angebot machen und wie kann die jeweilige Aufenthaltsqualität geschaffen werden, ohne dass eine andere Zielgruppe sich gestört fühlt.“ Dabei ist die Geräuschproblematik besonders zu beachten.

Im Hasenbergl gibt es im Bibliotheksbereich dafür gerade zwei Gruppenräume. Hier gab es Anmerkungen, was anders besser gemacht werden kann. Bei der Frage, wieso die Regale nie voll sind, äußerte sie, dass der Kunde keine vollen Regale mag, halb gefüllt sei optimal. Die Regale sind in Hasenbergl leicht verschiebbar und so ist dann der Kinderspielbereich eine große Bühne und es ergibt sich ein Veranstaltungsraum mit 200 - 300 Plätzen. Grundvoraussetzung für das sich schnell verändernde Nutzungsverhalten ist die Medienkompetenz der Mitarbeiter*innen. Diese wird durch ständige Weiterbildung geschaffen. Automatisierung bei Aus- und Rückgabe und Hilfen für die Sortierung schaffen den Freiraum für die Beratungskompetenz der 11 Mitarbeiter*innen.

Der Bestand der Bibliothek beträgt 35 000 Medien, die Bibliotheksräume umfassen im Erdgeschoss und 1. Stock 1700 m². Der Vorführtest des Rückgabesystems musste wiederholt werden; da der Vorgang abgeschlossen war ehe Stadtrat Siegfried Oberdörfer wieder im Raum der Sortiermaschine war. Die SPD-Stadtratsfraktion meinte auf der Rückfahrt, dass der Besuch wegweisend für die anstehende Diskussion zur Bibliotheksentwicklung in Kempten war. Je nach Stand der Diskussion, will sie evtl. noch weitere Informationsfahrten Unternehmen. (Lothar Köster)